So meine Raben und Bären. Ich bin Offline zu 99% durch und gehe mal davon, dass sich in den letzten Minuten nix mehr tun wird was meine Meinung über den Story-Modus groß ändern wird. Müsste ich den Story-Modus allein werten, würde das Game von mir deutlich unter 50% bekommen. Dazu trägt in erster Linie das praktisch nicht vorhandene Kampfsystem bei. Ja, ihr könnt den Gegner anvisieren und ein Kampf eröffnen - ihr könnt es aber auch lassen. Man muss sich in den ersten 30 von 40 Stunden schon ziemlich blöde anstellen um einen Fight nicht zu gewinnen. Im Grunde muss man eigentlich nix machen. Hat man nämlich den Kampf eröffnet, kümmern sich eure Teampartner um den Gegner und ihr bekommt trotzdem die vollen Punkte. Hier wir absolut null Taktik gebraucht. Kurz vor dem Ende muss man hier und da mal überlegen ob man nicht den dicken Ritter mal auspacken sollte um die Meute schneller abzuwehren.
Im Verlauf von rund 40 Stunden erspielt man allerhand an Skillpunkte, für die man entsprechende Fähigkeiten bekommt. Blöd nur wenn man statt der 50 nur 5 Fähigkeiten im ganz Spiel wirklich braucht. Beispiel: Warum sollte ich für 11 Manapunkte ein Schlag ausführen der 280 Schadenspunkte macht, wenn ich für 1 Manapunkt 269 abziehe? Hinzu kommt, dass z.B. ein 1 Manapunkt-Schlag in 3 Sekunden ausgeführt wird und der 11 Manapunkte-Schlag 6 Sekunden braucht. Wo ist da der Witz? Warum soll ich das wertvolle Mana dafür nutzen und warum soll ich den Schlag erst teuer einkaufen? Das macht alles wirklich keinen Sinn.
Die Story ist so platt, doof und wird von Stunde zu Stunde immer bekloppter. Mir kam immer ein Schauer wenn es hieß "Wir müssen das Nachtlager aufschlagen!". Dann nämlich gab es wieder ein Schlag aus der Story, voller langer Weile, Schmalzigkeit und ohooo wieder mal eine kaum vorhersehbare Wendung. Ja fast in jeder Erzählminute wurde die Geschichte dümmer. Und ja, ich habe sogar eine Lieblingsstelle: Ein Verräter wird enttarnt, weil seine Schuhe für den weiten Weg den er gemacht haben soll, nicht schmutzig genug waren. Das Argument ist zwar korrekt, aber niemand in meiner Partie hatte jemals auch nur einen Staubkorn geschweige Bluttropfen an der Rüstung kleben. Also Leute, die Legende vom Spaten der in China umfällt ist wirklich cooler.
Rätsel gibt es tatsächlich auch. Zumindest hat man abgedroschene Schalterspielchen in zunächst unübersichtliche Höhlensystemen eingebaut. So hat man es nicht zu leicht, muss reichlich Passagen wiederholen bis man den richtigen Weg gefunden hat und die Zeit geht schön dabei ins Land. Besonders zum Schluss wird der geneigte Abenteurer mehr und mehr mit zeitfressenden "Lauf- und Probierrätsel" belästigt, was nur noch nervt.
Der Knüller an der ganze Nummer aber ist, dass man online erst gar nicht anfangen braucht wenn man sich nicht hat offline mindestens 20 Stunden foltern lassen.
Soweit zum offline-Spiel.
Da ich online noch nicht so viel erlebt habe und es bestimmt nicht schlimmer werden kann, gebe ich dem Game noch ein paar Abende eine Chance. Allerdings wüsste ich nicht warum ein Entwickler ein Kampfsystem online besser machen sollte als offline. Das was ich bisher online in Sachen Kampf erlebt habe war nicht berauschend und krankte schon sehr. Mal sehen ob es tatsächlich eine taktische Komponente entdecken lässt.
Und um den Vergleich zu PSO/U beizubehalten: WKC ist offline Lichtjahre von PSO/U entfernt.







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