Sie war beige, machte ordentlich Lärm und mit etwas Glück dauerte es bis zum Totalausfall auch nicht lange. Das war meine 360 vor einigen Jahren. Zwar klappte auf der Softwareseite meist alles zufriedenstellend, aber die Technik nervte im wahrsten Sinne des Wortes.
Es wurde eine PS3 angeschafft. Eine dicke hochglanz Kiste, die sogar alte PS2-Titel abspielte - wenn man welche besitze. BluRay war damals im kommen und schon recht nützlich wenn man es bereits in der Konsole hatte. Leider war auch die PS3 technisch nicht ausgereift und das wusste auch Sony. Also verkaufte man die PS3 mit seinem sensiblen BR-Laufwerk mit nur ein Jahr Garantie. Es wunderte damals niemanden, dass knapp ein Jahr nach dem Kauf das Laufwerk bei Vielnutzer schlapp machte und nun ein Austausch zum Preis von rund 200,- EUR anstand. Wer von diesen Schaden verschont blieb, dem stand mit etwas Glück eine Überhitzung und damit der Totalausfall ins Haus. Auch hier zeigte sich Sony gewohnt unbeeindruckt und überließ die Fehlerbeseitigung oder besser die Suche nach Lösungen dem Fussvolk. Wer keine Skrupel hatte, dem waren Garantiesiegel und das Risiko sein Schätzchen für immer zu verlieren egal. Man öffnete die fette Lady und begann selbst die Macken der Hersteller zu bekämpfen. Stellte man sich nicht ganz doof an, konnte der Totalausfall seiner angeschlagenen PS3 bis zu 2 Jahre hinauszögern werden ohne das Sony daran verdiente.
Die Jahren gingen ins Land und Sony gab sich alle Mühe mit jedem Software- und Hardware-Update der PS3 wichtige Features zu entziehen. Erst war es die PS2-Kompatibilität, dann wurden USB-Anschlüsse eingespart, Linux wurde entfernt und aktuell kürzt man das Gamesharing von 5 auf 2 Games ein.
Sony hatte so viel Arbeit mit der Kastration seiner PS3-Features zutun, dass man keine Zeit hatte lang versprochene Games oder Ausbauten der Firmware unzusetzen. So wartet man noch heute auf das vollmundig versprochene MMO "The Agency". Auch Home wird wohl den Beta-Dauerstatus in dieser PS-Generation nicht mehr verlassen. Den seit FW 2.0 versprochenen X-Chat hat man erst kürzlich mit den Worten "ist technisch nicht machbar" gestrichen. Hinzu kam die Blamage mit den Datenklau.
4 PS3 später sollte man sich mal wieder die Zeit nehmen und schauen was die 360 in den letzten Jahren erreicht hat.
Gekauft wurde die aktuelle matt schwarze slim mit 250 GB. Das Design ist in meinen Augen erheblich verbessert worden. An der Front befinden sich zwei, an der Rückseite weitere 3 USB-Anschlüsse. Sony hat bis heute nicht begriffen, dass USB-Anschlüsse für dauerhaft angeschlossene Geräte besser auf die Rückseite gehören. Abgesehen davon sind die zwei USB-Buchsen an der FRont auf der falschen Seite, wenn man die PS3 vertikal betreibt (was so oder so völliger Blödsinn ist).
Wer seine Games auf die 360er-Platte installiert, geniesst den Zockerabend ohne Laufwerksgeräusche. Im direkten Vergleich sorgt die PS3 noch immer für "variable" Geräusche, die besonders beim Film gucken ziemlich nerven können.
M$ setzt heute wie damals auf die klassische Laufwerkschublade. Taste gedrückt und uff dat Ding. Auch Sony hielt am Slot-In-Laufwerk von der ersten Stunde an fest, steigerte sich aber erheblich was die Lautstärke beim reinziehen der Silberlinge angeht. Ich kenne keine Gerät am Markt, welches ein dermaßen hässlichen mechanischen Lärm beim einziehen eines Medium macht. Selbst Sony's "My First Sony" Spielzeug für Kids unter 6 Jahren kommt ohne solchen Brachialsound aus.
Während Sony mit erscheinen der Slim-Reihe aus Kostengründen auf Sensor-Tasten verzichtete und man wieder auf den guten alten Taster setzte, fing M$ an die 360 hochwertiger zu machen. Die Laufwerkstaste und der Einschlattaster wurden durch Sensortasten ersetzt.
Auch auf der Netzwerkseite gab es einige kleine Überraschungen: Während die PS3 mit meiner Upnp-Option des Routers nix anzufangen wusste und ich die Ports per Hand freigeben musste um überhaupt erstmal etwas aus dem PSN laden zu können, kam die 360 auf Anhieb mit Upnp klar und sorgte für unkomplizierten Zugang zu XBL.
Das von mir lange Zeit unterschätzte X-Chat Feature auf der 360, erwies sich bereits noch kurzer Zeit als echtes Hilfsmittel, wenn der Netzcode für Headsetunterstützung des Spielanbieters sich als untauglich rausstellt. So geschehen bei Borderlands: Nutzt man die Chatfunktion des Spiels, kann es zu Störungen und Stottern kommen, wie man es auf der PS3 kennt. Schwenkt man auf den 360-Party-Chat um, hat mein eine deutlich bessere Sprachqualität und das Game läuft ganz ohne Probleme.
Ok, mein Neustart in die 360 Welt war überhaupt nicht schön: Zuerst wollte das beiliegende Headset nicht richtig funzen, dann verkackte das neu angeschaffte Play and Charge-Kit, als Forza 4 erschien waren meine Sicherheitseinstellung nicht kompatibel zum Spiel und das aktuelle Wireless Headset sorgt hin und wieder für Ohrenschmerzen. Trotzdem ist der Gesamteindruck und bezogen aufs wesentlichen sehr positiv. Während sich Sony mehr und mehr zurückentwickelt und fast jährlich versucht die PSP neu zu erfinden, wird die 360 immer schöner und man spürt förmlich wie M$ der in die Jahre gekommene Konsole Frischzellen zukommen lässt.
Einzig mit der Benutzeroberfläche stehe ich etwas auf Kriegsfuss. Hier ist mir die XMB der PS3 strukturierter und aufgeräumter. In Sachen "Werbetrommel" und "unverschämte Preise" für Avatare nehmen sich beide nix. Und was den Support angeht, so ist dieser bei M$ heute wie damals um Welten besser als die geldgeile Schrauberabteilung von Sony.








