Die Vorbereitungsphase war etwas knapp bemessen und daher ziemlich hektisch. Ein neues Auto musste her, das alte abgeschafft werden und eine geeignete, hundefreundliche Unterkunft musste gefunden werden. Neues Auto - check. Alte Karre weg - check. Unterkunft gebucht - tröööt. Man hat's nicht leicht mit so ein Doggy, muss Aufschläge zahlen und sich genau informieren ob das Umfeld auch ok ist. Geplant war eine Ferienwohnung oder ein kleines Ferienhaus aber nix davon war zu kriegen. Das lag nicht an uns, sondern an den Veranstaltungen, die zu dieser Jahreszeit im Norden und speziell auf dem Wasser abgehen.
Wir haben dann eine Empfehlung bekommen, aber leider gab es auch dort kein Haus und keine Wohnung mehr. Ein Hotelzimmer war noch frei und weil das Umfeld stimmen sollte, buchten wir.
Die Anreise dauerte zwar wegen diverser Stau's länger als geplant aber wir kamen ganz entspannt an. Zunächst ging es ins Hotel, die Sachen abladen und dann gleich weiter zum Züchterfest.
Beim betreten des Hotelzimmers hättet ihr das Gesicht von Cooper (unseren Hund) sehen sollen. Das stand groß und breit:"Nee, oder? Ihr macht wohl Witze." Und auch wir guckten nicht schlecht, schließlich ist auch der Hotelbesitzer ein Hundezüchter und müsste die Anforderungen eigentlich kennen. Aber egal, das Fest wartet und Cooper war ein heiß erwarteter Gast.
Vom Hotel zur Festlocation waren es nochmals 40km. Das Navi hing kurz vor dem Ziel nochmals 8km dran, weil einige Straßen baulich verändert wurden und "Trulli", so der Name unserer elektronischen Wegweiserin, das noch nicht in ihren Schädel hatte.
Wir waren sehr gespannt ob Coopers drei Schwestern und die Eltern auch da sein würden. Aber auch die Frage nach dem "Wie viele werden kommen und wie kann man ca. 30 Hunde in den Griff bekommen?" war spannend. Die Antwort gleich vorweg: Auf der Fussballfeld großen Wiese liefen, mit wenigen Ausnahmen, alle Hunde frei und es waren keine ca. 30 sondern 103 Doggies rum. Was für ein Spaß. Man kam sich teilweise wie in dem Ballpool von IKEA vor - nur das es keine Bälle sondern Hunde waren. Einfach nur irre.
Cooper machte sich gleich auf die Socken und hatte im Gewühl eine seine Schwester "Djuna" ausgemacht. Was für eine Hundefreude

Der erste Festtag war toll aber wir waren doch von der Fahrt ziemlich platt. So fuhren wir bei Einbruch der Dunkelheit wieder Richtung Hotel und wollten nur noch pennen. Aber auch auf der Rückfahrt hatte "Trulli" wieder ihre Probs den richtigen Weg zu finden und so wurden aus den ca. 40km lässig 75km. Wir waren richtig genervt.
Am nächsten Tag sollte das Fest gegen 12.00 Uhr wieder losgehen. Genug Zeit um die Umgebung um das Hotel abzuchecken. Hier zeigte sich neben dem viel zu kleinen Hotelzimmer die zweite Schlappe. In allen Strandregionen wird der Verkehr entweder auf Schritttempo oder maximal auf 30km reduziert. Verständlich, weil viele Urlauber mit Fahrrad, Skates und viele Kinder unterwegs sind. Nur unser Ort war davon nicht betroffen. Hier war 50km angesagt und daran haben sich nur wenige gehalten. Schlimmer noch: In anderen Regionen waren die Wege für Fussgänger schön breit, die Radwege davon getrennt und zwischen Fussweg, Radweg und Fahrbahn gab es meist noch ein Grünstreifen oder eine Böschung. Nicht bei uns. Hier gab es ein 2m breiten Weg, den sich die Fussgänger und Radfahrer in beiden Richtungen teilen mussten. Das bedeutet auch, dass der Hund die ganze Zeit an die Leine musste.
Wir entschlossen uns das Auto bis zum nächsten Hundestrand zu nehmen - der eigentlich nicht weit weg war. Dort angekommen war die Freude bei Cooper groß. WASSER!. Etwas spielen, etwas baden und dann ging es auch schon wieder zum Fest.
Auch der zweite Festtag machte uns allen einen Riesen Spaß und dieses Mal passten wir auf "Trulli" besser auf um nicht wieder bei der An- und Abfahrt kreuz und quer durch die Pampa zu fahren. Das klappte auch.
Der erste Urlaubstag ohne Fest und Verpflichtungen sollte dann am Strand stattfinden. Frühstück um 8.00 Uhr, Strand um 9.00 Uhr. Was zunächst ganz entspannt mit begann, steigerte sich relativ schnell ist eine nervige Vormittagsnummer. Immer mehr Hundehalter kamen mit ihren Lieblingen an den Strand und schnell waren die 100m Strand, wo man seinen Vierbeiner mitbringen durfte, ausgebucht. Das ärgerlich: rechts und links neben dem Hundestrand war kaum was los und man hätte den Hundestrand ohne Probleme 3x so groß machen können und niemand hätte eine Problem gehabt.
Gegen Mittag packten wir unsere Sachen und zogen genervt ab. Wir versuchten ein Cafe zu finden, wo die Bestuhlung nicht so eng war und wo man etwas abseits vom Trubel chillen konnte. Wir fuhren von Ort zu Ort und das einzige erfrischende war die Klimaanlage im Auto. 2 Stunden später waren wir ohne Erfolg auf dem Rückweg und fiel in eine kleine Strandbar ein. Endlich etwas Ruhe bei Kaffee und Kuchen. Aber was jetzt? Wo kann man jetzt mit den Hund hin? Überall Hektik und kein Baum für Cooper. Der arme wusste nicht mal wo man in Ruhe kaggen kann. Ein Parkplatz etwas ausserhalb von unserem Ort bot genug Platz zum spielen und für's Geschäft. Danach gab es Abendessen und ab auf's Zimmer. Draußen wehte eine leichte Brise und lud zum Fenster öffnen ein. Doch zu früh gefreut. Der Küchenmuff wehte ums Haus und so saßen wir im Bett und konnten raten was die Leutz im Restaurant auf dem Teller hatten.
Am nächsten Tag fuhren wir ein in nahegelegenes Waldgebiet was speziell für Hunde gedacht war. Schön war es, doch so ein Junghund braucht seine Pausen und so ging es wieder auf's Zimmer. Dort fassten wir den Entschluss abzureisen. Bis zu diesem Zeitpunkt war der Erholungswert gleich Null.
Wir packen und fuhren Richtung Heimat.
Das Hotel, der Ort und das Umfeld waren einfach nicht gut gewählt und daher war eine Heimfahrt sicher die beste Wahl.








