Ich bin gerade dabei mein Mac auf den neuesten Stand in Sachen Software zu bringen.
Eine Aktualisierung betrifft dabei den Grafikbereich mit Photoshop und seinen
Freunden. Nach tagelangen Recherchen und wilden Rechnereien konnte ich bei
Adobe keine wirklich interessantes Angebot finden. Am Ende habe ich mich für die
CS4-Standard Suite entschieden.
Gestern habe ich feierlich das Paket installiert. Das man heute keine Handbücher
mehr dazu packt ist ja bekannt. Aber das Adobe sich heute sogar spart eine PDF
dabei zu packen ist der Knaller. Besser noch: Es liegt eine DVD bei, auf der in
mehreren Sprachen ein PDF enthalten ist, die aber vom Inhalt her nicht mehr
als eine "Bitte lesen"-Datei ist. In der Datei verweist man auf den Online-Support,
der Community und Video, die man sich online ansehen kann. Kein Handbuch, nix.
Ich starte eines der Programme, weil oft ein Handbuch von der Hilfe-Option erreichbar
ist. Wer diese Option anwählt, der landet auf einer Adobe-Webseite, wo für
verschiedene Themen Videos bereitgestellt werden. Eine Video nennt sich
"Einstieg in Photoshop CS4" (oder ähnlich). Klickt man darauf, wird ein Video
von Adobe Encore gezeigt. Tolle Hilfe. Mit etwas suchen finde ich eine PDF, die
sogar in deutsch ist.
Als nächstes mach ich mich auf die Suche um das Handbuch von Illustrator zu
finden. Auch hier der gleiche Weg. Via Hilfe-Option in der Software gehts auf
die Webseite. Der Link für das Handbuch befindet ich an der gleichen Stelle der
Webseite, nur halt auf der Illustrator-Seite.
Nun könnte man meinen, dass der Ablauf für Indesign ähnlich sein sollte. "Ähnlich"
trifft es dabei gut. Zwar ist die Seite fast identisch gestaltet, doch das Handbuch
darf man sich aus diversen Links raussuchen - voll Panne.
Die Steigerung aber ist dann Acrobat Pro. Hier wurde bei der Installation das
Handbuch auf die Festplatte geschrieben. Ruft man die Hilfe-Option in Acrobat Pro
auf, dann öffnet sich der Browser und lädt die Daten aus einen der Systemordner.
PDF? Fehlanzeige. Kein Handbuch, sondern eine Ansammlung von HTML-Seiten
mit so Namen wie HJGZFCDTF354VZTRTUZVTF.html. Die Datei mal eben
Ausdrucken kann man knicken. Vielleicht sollte sich Adobe mal eine Firma suchen,
die ihnen eine Software verkauft, die PDF's erstellt?
Ich habe mich gefragt, was Adobe so dabei denkt und wollte die Antwort von
dieser offensichtlich völlig verwirrten und unorganisierten Software-Klitsche
selbst hören. Genauso abenteuerlich wie die Suche nach den Handbüchern ist
deren Hotline - und bitte Leute: Vergesst die Telekom, ruft mal bei Adobe an!
Wie schon auf der Webseite, hat auch deren Telefonanlage jede Menge Unterpunkte
zu bieten. ich wähle einen Punkte aus, bekomme die übliche Fahrstuhlmusik
zu hören und warte, und warte, und warte. Nix tut sich. 14 Minuten und 23
Sekunden hielt ich die Leitung für 14 Cent pro Minute.
Liebe Leute von Adobe: Wenn einer von euch Hupen das liest, dann wäre ich
und sicher auch viele andere User sehr dankbar, wenn ihr zu dieser hoch bezahlten
Unverschämt auch mal Stellung nehmen würdet. Ich für mein Teil stehe absolut
nicht auf Raubkopien, aber jetzt wo ich selbst erfahren konnte wie Adobe mit den
Kunden und den teuer erkauften Produkten umgeht, werde ich mir das nächste
kostenpflichtige Update sehr genau überlegen.
Da Gravis ja gelegentlich Workshops aus dem Hause Adobe anbietet und die
Herrschaften aus dem Abzockerhaus auch immer ein ziemlichen bekotzten machen,
verspreche ich euch den nächsten Workshop auf meine Art zu versüssen.




