Es ist Samstag Abend, man bekommt Besuch und die Küche ist auf diesen Überfall nicht vorbereitet. Also beschloss ich mich ins Auto zu setzen und bei der Pizza-Bude des Vertrauens vorbeizufahren.
Wenige Meter vor dem Ziel sehe ich zwei Parklücken vor dem Pizzabäcker. Das ist dort sehr selten und die Freude groß. Als ich in die Lücke einfahre knallt es. Ein Wagen, der vor der Parklücke stand, fuhr ohne zu blinken und ohne sich um den fließenden Verkehr zu kümmern einfach los.
Es folgt das übliche Prozedere: Sie sind schuld! Nein Sie sind mir ins Auto gefahren. Es kommt der Freund und Helfer. Er stehlt fest, dass der Unfallverursacher der ist, der sich in den fließenden Verkehr einsortieren wollte. Die Rechtslage ist eindeutig. Ergo: Die Tussi ist schuld.
Die Tussi ist bei der Bruderhilfe versichert. Klingt nach Kirche - ist auch so. Ich meldete den Unfall bereits zwei Tage nach dem Vorfall, doch die Tussi lies sich dafür satte zwei Monate Zeit.
Um mir einen Überblick über den Schaden zu verschaffen, lies ich mir einen Kostenvoranschlag von unserer Firmenwerkstatt machen. Ergebnis: rund 3.500 EUR kostet der Stunt. Diesen Kostenvoranschlag schickt ich der Versicherung. Die akzeptierte natürlich nicht und schickte mir ein Menschen von der DEKRA vorbei. Nun sollte man glauben, der DEKRA-Mensch handelt unparteiisch.
Dem ist aber nicht so. Das Gutachten der DEKRA beläuft sich auf rund 1.300 EUR. Was nun? Nun wollte ich eine Dritte Meinung und rief meine Werkstatt an. Die rieten mir gleich zu einen eigenen Gutachter - was mir laut Gesetz zusteht. Schon am nächsten Tag trat der Gutachter an und stellte, wie schon die Firmenwerkstatt, fest, dass der Schaden bei bei rund 3.500 EUR.
Warum unterscheiden sich die beiden Gutachten?
Die DEKRA geht davon aus, dass man die Beule auffüllt. Mein Gutachter und unsere Firmenwerkstatt gehen vom Austausch des Seitenteils aus. Dies ist durch das noch junge Alter des Wagens begründet.
Besonders geärgert hat mich, dass im Prüfprotokoll der DEKRA Punkte genannt wurden, die so nicht stimmen. So hieß es z.B., dass es nicht möglich war den Motor anzulassen oder eine Probefahrt zu machen. Es wurde zu keiner Zeit verlangt stimmt wohl eher. Weiterhin wurden die Profiltiefen meiner Räder aufgeführt obwohl der Mensch nur ein Rad tatsächlich ausgemessen hatte.
Mit Beauftragung unseres Gutachters haben wir auch einen Anwalt eingeschaltet. Es zeichnete sich schon ab, dass die Versicherung mit kirchlicher Herkunft, Stress machen würde.
Wie üblich forderte unser Rechtsbestand eine unverzüglich Abwicklung unseres Schadens ein. Die Versicherung redete sich zunächst damit raus, dass die ihr Versicherungsnehmer noch immer keine Stellungnahme abgelieferte hätte. Somit forderte unserer Anwalt die Unfallakte von der zuständigen Polizeistelle an und stellte diese der Versicherung zu. Eigentlich wollte die Versicherung das schon selbst getan haben.
Nun, urplötzlich meldete sich die Tussi wieder. Ihre Unfallbeschreibung ist kurz: Sie befuhr die Straße, blinkte und wollte die Spur wechseln. Ich scherte im gleichen Moment vor ihr ein und Peng. Beide haben Schuld und die Versicherung bietet 50:50 an.
Ein Rückruf bei meinem Anwalt brachte Gutes und weniger Gutes. Ich bin zu 100% nicht schuld. Allerdings sind solche Versicherungen dafür bekannt, dass sie die Gegenseite schön hängen lassen. Und das bedeutet, dass sie nun auf die Klageschrift vom Gericht warten werden. Reichen wir heute die Klage ein, kann man mit ein Termin im Dezember 2012 rechnen.
Tja liebe Bruderhilfe. Reicht es nicht, dass sich die Kirche an unsere Kids vergreift und ungestraft davon kommt? Müsst ihr jetzt auch noch mit geschädigten wie mit kleinen Jungs umspringen? Zitat aus euren Kultschmierblatt (Zehn Gebote):"Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen."
Fortsetzung folgt ...












