Die Situation ist eindeutig: Jemand der Webseiten erstellt MUSS ein PC und Mac haben um die Lauffähigkeit auf unterschiedlichen Browser zu testen. Da ich weder Lust noch Platz auf ein weiteren Desktop-Rechner mit Bildschirm und all den Käse drumrum habe und ein Laptop viel zu teuer und aufwendig wäre, wurde kurze Hand ein NetBook angeschafft. Für die Begutachtung einer Webseite sollte das reichen.
Meine Abneigung gegenüber Windoof ist ja allgemein bekannt. So überfuhr mich schon das Grauen bei der Auswahl des NetBooks. Drinnen sind sie alle mehr oder weniger ähnlich. Letztendlich konnte ich mich auf's Design konzentrieren. Wie immer wurden zuvor Foren, Reviews und Kaufmeinungen bei diversen Online-Anbieter studiert. Nach reichlich Preisvergleichen und Modellstudien entschied ich mich für Samsung. Die User berichteten von ein brauchbares Display, ergonomischer Verpackung und guter Verarbeitung.
Als das Teil ankam und ich es von der Verpackung befreite, war mein erster Eindruck recht gut. Es sieht nett aus, die Tasten sind ok und auch das Trackpad macht was es soll. Nimmt man das Teil allerdings in die Hände, merkt man, dass man hier an jedes Gramm Kunststoff gespart hat. Das Gehäuse ist so weich, dass man sehr genau aufpassen sollte wo man zu doll drückt. Alles wirkt sehr weich und kein Stück robust. Ok, das Teil wird nur zum Betrachten von Webseiten genutzt. Sonst nix. Es wird nicht großartig mitgenommen oder für andere Anwendungen missbraucht.
Nach dem wir uns zumindest von der Hardwareseite angefreundet hatten, ging es an die Einrichtung von Windoof. Es wird XP-Home mitgeliefert und das Fragespiel kann beginnen. Nach ein paar Einträgen und Klicks kommt dann die Meldung des Tages: "Ihr System ist nun konfiguriert. Der Rechner startet möglicherweise neu." Ja, genau - "möglicherweise". Was soll das bedeuten "möglicherweise"?.
Als nächstes folgte eine Aufforderung vom mitgelieferten McAffee-Paket. Der Rechner sei noch unsicher und die Software muss noch eingerichtet werden. Starten, einrichten, check und die Softe sagt alles ist schön. Neustart - (diesmal ganz sicher und nicht "möglicherweise". Pling und Plang, Musik und Bild. Alles klar, mal sehen ob mein USB-Stick erkannt wird. "Neue Hardware gefunden", heißt es, die Daten werden angezeigt und wieder soll ich das System neu starten. Wegen eines USB-Sticks? Na schön, wenn's wichtig ist. Nach dem Neustart meldet sich McAffee wieder und gibt mir den Hinweis, dass mein System nicht sicher wäre und die Softe eingerichtet werden müsste. Hm, hatten wird das nicht gerade? Softe gestartet, die Einstellungen sind korrekt, was mir auch die Softe bestätigt. Eigentlich habe ich noch gar nicht begonnen und schon kein Bock mehr auf den Käse.
Nach gefühlten 20 Neustarts bin ich genervt und frage mich nicht zum ersten mal was sich das Volk da draußen Tag für Tag antut. Wie kann man mit solchen Mist ernsthaft arbeiten? Oder besser: Wann darf man endlich anfangen?
Ich ging davon aus, dass ein NetBook vom Konzept ähnlich wie eine Spielekonsole oder ein Mac aufgebaut ist. Ein System, welches mit ein angepassten Betriebssystem ausgeliefert wird, wo alles bereits im Vorfeld abgestimmt wurde. Fehlanzeige. Es ist ein Gerät, welches "möglicherweise" in der Lage ist mit M$-Müll umzugehen.
Naja, jetzt ist das Teil da und wenn demnächst das große Webprojekt startet, werde ich zuvor das Teil von meinen Windoof-Spezies durchchecken lassen. "Möglicherweise" läuft ja danach alles so wie es soll.



